Montag, 24. November 2014

Toleranz

Eine Woche der Gehirnwäsche in Sachen Toleranz durch die ARD liegt hinter uns. Allerdings wurde der Begriff immer so ausgelegt, wie er gerade dem Redakteur ins Bild passte.
   Toleranz kommt aus dem Lateinischen und bedeutet duldsam, nachsichtig, ertragend und nicht akzeptierend oder, wie vielfach linksideologisch gewünscht, unterwerfend, unterordnend, auch nicht dem „Mainstream“ von Minderheiten anerkennend zu folgen.
   Toleranz ist die Respektierung der Freiheit der Persönlichkeit eines anderen, nicht aber die Übernahme des Glaubens an deren Richtigkeit und sie beinhaltet die Freiheit, davon abweichend seiner eigenen Überzeugung zu folgen.
   Toleranz dient dem Verstehen, nicht aber dazu, andere Lebensweisen übernehmen zu müssen. Deshalb ist Toleranz keine Einbahnstraße. Toleranz erfordert Toleranzgrenzen, die die Zumutbarkeitsgrenze einer Mehrheitsgesellschaft anerkennen.
   Toleranz erfordert von gesellschaftlichen Randgruppen, Iden- tifikationsräume einer Mehrheitsgesellschaft zu respektieren, in denen diese sich zu Hause fühlt.
   Deshalb müssen alle, die Toleranz für sich einfordern, zunächst einmal selbst tolerant und bereit sein, auf jeglichen missionarischen Fanatismus zu verzichten, um von der Mehrheitsgesellschaft die Anerkennung ihrer Lebensart als besonders lebenswert zu fordern.
   Nur dann kann Toleranz eine Brücke sein, das Zusammenleben unterschiedlicher Lebensformen erträglich zu gestalten.
Nach Prof. Alois Wierlacher