Sonntag, 19. November 2017

Guter Hass, böser Hass

Guter Hass, böser Hass
Von ELKE HALEFELDT am 30. Oktober 2017 im Cicero
"Die taz-Kolumnistin Hengameh Yaghoobifarah hat mit einem Beitrag die Rassismus-Debatte erneut ent- facht. Denn obwohl darin von der deutschen „Dreckskultur“ die Rede ist, sah die No-Hate-Speech-Initia- tive offenbar keinen Handlungsbe- darf. Wir lernen: Rassismus gegen Deutsche ist kein Rassismus
Hengameh Yaghoobifarah sah sich mutmaßlich nicht als „Haterin“, als sie ihrem Text, im Kern wohl als Sympathiebeweis für die Idee eines islamischen Feiertags in Deutsch- land gedacht, den kecken Titel „Deutsche, schafft Euch ab!“ ver- passte, die Deutschen als Kartoffel und Lauch darstellte und sich in spätpubertärem Ton darüber auf- regte, dass offenbar nicht alle „Kartoffeln“ die Einführung eines solchen Feiertags gutheißen.
Fast zeitgleich meinte Sibylle Berg auf Spiegel Online, eine neue faschistische Bewegung kommen zu sehen und formulierte beherzt, die Zeit des Redens sei vorbei:
„Vielleicht ist der Schwarze Block, die jungen Menschen der Antifa, die Faschisten mit dem einzigen Argu-ment begegnen, das Rechte verste- hen, die einzige Bewegung neben einem digital organisierten Wider- stand, die eine Wirkung hat.“
Zwei Frauen, die ihr jeweils klares Welt- und Feindbild eint. Die eine unterstellt der AfD Mordabsichten („unter den Bus schmeißen“), die andere will ausgerechnet den „Schwarzen Block“ gegen „die Rech- ten“ aufmarschieren lassen. Demo- kratischer Diskurs ade".
Jan Fleischauer fragt im SPIEGEL-Online unter der Überschrift
"Sind Deutsche "Kartoffeln"? Und das ganze Land eine "Dreckskultur"? Im Kampf gegen die drohende Machtergreifung der Faschisten ist keine These zu abwegig und kein Vergleich zu steil."

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